|
ABOUT DAWN
DAWN
Vision
DAWN
in Europe
European
team
DAWN
International
Post-modernism
New
Generation
House
Churches
City
Reaching
articles
in German
resources
partner ministries
|
|
Warnung! Dieser Artikel könnte zum Tod von Heiligen Kühen
führen. Weiterlesen auf eigene Gefahr.
Das Entstehen der City Church
Wie durch das Verschmelzen traditioneller Gemeinden ein neues
Kapitel der Kirchengeschichte anbricht
Wolfgang Simson
Stellen sie sich vor, an ihrem Ort oder ihrer Region würden
sich die
Christen wieder wie in urchristlichen Zeiten an zwei Orten treffen:
1. "von
Haus zu Haus", also dezentral in vielen Hauskirchen, und 2.
immer wieder
alle zusammen an einem zentralen und wirklich großen Ort "in
der
Tempelhalle Salomos", einem grossen Saal, einer Halle, einem
Stadion. In
den Häusern würden sie authentisch miteinander das Leben
teilen, organische
Gemeinschaft leben und so ein echtes "Schaufenster Gottes"
für ihr
Wohnquartier sein. In den großen Festgottesdiensten würden
sie immer wieder
ein unübersehbares Zeichen der Einheit von Gottes Volk setzen,
ihrer
Zusammengehörigkeit Ausdruck geben, ein großes Fest feiern
und einen Ort
bieten, an dem die kleinen Hauskirchen zu einer großen Vision
zusammenfinden und Bewegungscharakter annehmen können. Das
würde wieder -
wie damals - ganze Städte und Regionen mit dem Evangelium von
Jesus
Christus verändern. Und niemand könnte leugnen: "Ihr
habt Jerusalem erfüllt
mit euer Lehre" (Apostelgeschichte 5,28).
An vielen Orten der Welt beginnt sich, besonders seit der Jahrtausendwende,
genau dieses "Zweitakt-Modell von Kirche" wieder zu regen,
Echtheit im
Kleinen und im Großen, das Zusammenwirken von Hauskirchen
und Stadkirche
(oder Regionalkirche), organische, familiäre Gemeinschaft und
geistliche
Heimat in den Häusern, und regelmässige Großtreffen
von Christen, die alle
kleinlichen Barrieren zueinander überwinden und erkennen: in
Christus sind
wir eins vor Gott und der Welt. Es ist als wenn sich Christen heute
wieder
bewußt oder unbewußt nach einem unsichtbaren geistlichen
Magnetfeld
ausrichten wie die guten alten Eisenfeilspäne auf dem Overheadprojektor
unseres Physiklehrers. Was tut Gott hier?
Wo ist Gemeinde zu Hause?
Es ist hilfreich sich vor Augen zu stellen daß es 4 Ebenen
gibt, auf denen
die Christenheit heute existiert: das Haus (cell, Ebene 1), die
Pastorenkirche (congregation, Ebene 2), die stadtweite oder regionale
Dimension von Kirche (celebration, Ebene 3) und die überregionale
Verbindung von Gemeinden, die Denomination (Ebene 4). Ich will kurz
erläutern, was diese Ausdrücke bedeuten:
1. Die cell (Zelle oder "Kleingruppe") ist normalerweise
einfach "die
Gemeinde im Haus", und ist typischerweise zwischen 3 und 15
Menschen groß.
Hier können enge Beziehungen gepflegt werden, und die Zellen
funktionieren
zumeist organisch, das bedeutet, die Mitglieder stehen in direktem
unbürokratischen Kontakt zueinander und nehmen am Leben der
anderen teil.
2. Die congregation (Pastorenkirche) ist "mittelgroß",
und umfaßt
üblicherweise zwischen 16 und 300 Personen. Sie funktioniert
formeller als
die Zelle, ist organisierter, hat normalerweise einen Pastor, Mitarbeiter,
eine Art von Gottesdienst, und verschiedene Programme. Diese Lokalgemeinde
arbeitet häufig parochial, d.h. sie dient den Mitgliedern eines
bestimmten
geographischen Gebietes, und verfügt in der Regel über
besondere
Gemeinderäumlichkeiten, einen Kirchenbau gleich welcher Art,
einem Gebäude
also, das besonderen religiösen Zwecken dient. Die Mitglieder
haben
normalerweise keinen direkten und natürlichen Kontakt mehr
mit allen
anderen Mitgliedern; dafür sind sie zu viele, und die Strukturen
der
Treffen einer solchen Gemeinde lassen das in der Regel auch nicht
zu.
3. Die celebration, die Feierversammlung, ist typischerweise eine
"große"
Versammlung von Christen, 300 Personen oder mehr, die aus ihrem
Gebiet
zusammenkommen um ihre Einheit in Christus zu dokumentieren, gemeinsam
feiern wollen, was Gott getan hat und für sie tun will, die
sich gemeinsam
auf die Rückkehr von Christus freuen, und die oft von Christen
mit
apostolischer und prophetischer Begabung geleitet werden. Solche
Feiergottesdienste können im Freien stattfinden, in Stadien,
Konferenzzentren oder anderen großen Hallen. Die Besucher
können unmöglich
alle miteinander Kontakt aufnehmen und gehen fröhlich in der
Masse unter.
4. Die Denomination ist ein in der Regel nationaler (oder auch
internationaler) Gemeindebund von Gemeinden besonderer Prägung,
etwa aller
baptistischen Gemeinden, methodistischer Gemeinden, evangelischen
Gemeinden, katholischen Gemeinden, mennonitischen Gemeinden,
Pfingstgemeinden etc.
Das neutestamentliche "Zweitakt-Modell"
Im Neuen Testament finden wir ausdrücklich nur zwei dieser
vier Ebenen, die
cell (Ebene 1) und die celebration (Ebene 3), die Gemeinde "von
Haus zu
Haus" und die stadtweiten Zusammenkünfte, etwa die Gemeinde
zu Antiochien
(Apg. 14,27) oder die Gemeinde zu Jerusalem (Apg 15,4), die sich
eine
Zeitlang in der Halle Salomos traf. Die "Gemeinde zu Antiochien"
war dabei
nichts anderes als die Gesamtheit aller Hauskirchen in Antiochia.
Die Hauskirche bot die gesunde Familiendynamik, ein privates
und stabiles
Zuhause, einen organisch angestammten Platz für die Kirche
in der
Gesellschaft, wo Christen ihr Leben miteinander teilten und sich
gegenseitig verpflichtet waren, an genau dem Ort, an dem sich der
Großteil
ihres Lebens abspielt, in ihren Häusern, Zelten, Appartments,
oder auch auf
den Straßen, Plätzen, Büros und Cafés der
Welt.
Die Stadtkirche war der öffentliche Ort, an dem alle
Christen der Stadt
oder der Region miteinander regelmäßig oder unregelmäßig
eine
Großzusammenkunft feierten, in durchaus etwas grandioser und
elektrisierender Atmosphäre. Dort konnten sich die Hauskirchen
wieder in
den großen Zusammenhang einklinken, das große Bild sehen,
sich neu im
Gesamtbild definieren, und gleichzeitig apostolische Lehre und prophetische
Schau erleben. Dies führte zu einem gewissen öffentlichen
Sog-Effekt, so
daß auch breite Teile der Bevölkerung sich diesem Geschehen
nicht entziehen
konnten. Diese Dynamik leuchtet manchmal bei einigen der heute üblichen
evangelistischen Großveranstaltungen oder Konferenzen kurz
auf. Ein solches
Zusammenkommen der "Stadtkirche", wie ich celebration
nenne, konnte
buchstäblich eine ganze Stadt, eine Region oder einen Landstrich
erschüttern.
Benannt nach der Geographie
Die Gemeinde im Neuen Testament wurde nach dem Ort, also ihrer
geographischen Lage genannt, nicht nach einer Denomination. Es war
die
"Stadtkirche", buchstäblich die "Kirche der
Stadt". Die Gesamtzahl aller
Christen einer Region der Stadt verstand sich als Gemeinde zu Ephesus,
Antiochia, Jerusalem oder Korinth. Auch Paulus schrieb seine Briefe
an "die
Römer, Galater, Philipper oder Kolosser", also an die
Gesamtzahl aller
Christen an einem Ort oder in einer Region. Es ist richtig, daß
einige
Sekten sich dieses Wahrheits-Element herausgepickt haben und es
sektenhaft-verzerrt als Gesetz predigen. Wird das biblische Prinzip
der
Stadtkirche aber deshalb ungültig, nur weil einige Sondergruppen
darauf
pochen? Wenn Gott ihre Stadt sieht, was sieht er? Die Gemeinde zu
Houston,
Hamburg, Taipei, Buenos Aires und Johannesburg! Sehen Sie, was er
sieht?
Das Überwinden des Denominationalismus
Die entstehenden Kongregationen oder Pastorenkirchen (Ebene 2)
verbanden
sich im Lauf der Kirchengeschichte zu sogennanten Denominationen,
wörtlich
Benennungen, also Gemeindebünden und Verbänden, die sich
nach einer
bestimmten Lehre (die "Täufer" oder "Baptisten";
die Pfingstgemeinden),
einer Methode (die Presbyterianer; Methodisten), einer Gründerperson
(Luther, Calvin), oder einem Ort (Herrenhuter Brüdergemeine;
Marburger
Kreis) benannten, oder eine konfessionellen Aussage (reformiert,
katholisch, uniert, orthodox, unabhängig etc.) in ihrem Namen
trugen.
Heute gibt es ca. 30.000 Denominationen auf der Welt. Was würde
wohl Paulus
dazu sagen? Paulus hatte einst von den Korinthern gehört, daß
sie sagen:
"Ich bin Paulisch, Apollisch, Kephisch oder Christisch?".
Übertragen auf
unsere heutige Zeit würde das so lauten: "Ich bin reformiert;
ich bin
Baptist; ich bin katholisch; ich bin Pfingstler; ich bin Methodist".
Seine
empörte Antwort: "Wie, ist Christus nun zertrennt?"
(1. Kor. 1,12-13).
Paulus hat deutliche Worte für die denominationell denkenden
Korinther:
"Wenn einer sagt ich bin paulisch; der andere aber sagt: ich
bin apollisch
- seid ihr nicht fleischlich?" (1. Kor. 3,4). Paulus geht sogar
soweit und
sagt: dieses Denken in Spaltungen bewirkt, daß Christen auf
der Stelle
treten und nur Milch trinken und noch keine feste Speise vertragen
können,
sie sind "junge Kinder in Christus". Dann schreibt er
weiter und predigt
die Lösung für dieses Dilemma: das Kreuz Christi. Am Kreuz
von Christus
liegt auch heute noch die wirkliche und einzige Antwort für
die Zertrennung
des Leibes Christi: Selbstverleugnung, die Kreuzigung des Stolzes,
das
Aufgeben menschlicher Machtinteressen, und das demütige
Einander-Unterordnen. Soll die Einheit des Leibes Christi wirklich
für die
nächsten 2000 Jahre Vision, romantische Träumerei oder
Floskel der
diplomatischer Kirchenpolitik bleiben, oder leben inzwischen Jünger
Jesu
auf diesem Planeten, die radikal und konsequent genug sind sich
auch heute
auf die klaren Standards des Wortes Gottes einzulassen, Jünger,
die Gott
mehr fürchten als Menschen? Wo ist die Stadt auf dem Globus,
die hier den
ersten Schritt tut?
Bis heute ist der Sonntagvormittag die peinlichste Zeit des Christentums,
die Stunde der Woche, an dem die gesamte Christenheit wie von einem
unsichtbaren Wind in die verschiedensten Himmelsrichtungen zerblasen
wird,
wenn die Christen aus ihren Häusern gehen und oft genug aneinander
vorbei
in verschiedene Gemeinden, Kirchen und Zentren eilen. Diese Zeit
läuft nun
ab, denn diese Form des Christentums ehrt weder Gott, noch kann
sie die
apostolischen Aufgaben, vor denen die Gemeinde steht, ernsthaft
angehen.
Schienenwechsel: von 2 & 4 auf 1 & 3
Die biblische Heimat der Gemeinde ist auf zwei Ebenen, oder, mit
einem
anderen Bild gesprochen: Die Christenheit ist wie ein Zug, der auf
zwei
Schienen fährt: Schiene 1 (das Haus) und Schiene 3 (die Stadt
oder Region).
Dort ist christliche Verbindlichkeit wichtig, und das zeigt sich
u.a.
daran, daß an diesen Orten die Finanzen zusammengelegt werden.
Heute finden
jedoch die meisten Gemeinden ihre Identität noch auf Schiene
2
(Pastorenkirche) und einer bestimmten Denominaton (Schiene 4). In
Beschlag
genommen durch die ständig laufenden eigenen Programme und
Aktivitäten auf
der sogenannten "Gemeindeebene" (gemeint ist Schiene 2)
und den
dazukommenden denominationellen Verpflichtungen sind die meisten
Christen
in denominationellen Pastorenkirchen wie abgeschottet vom Rest des
Leibes
Christi einer Region, kommen noch nicht einmal dazu, mit ihren christlichen
Nachbarn im selben Wohnquartier Gemeinschaft zu haben, weil die
verschiedenen denominationellen Gemeinden, zu denen sie gehören,
alle
verschiedene Programme haben. Sie leiden durch die langjährigen
Fixierungen
auf einen kleinen Teil der großen Gemeinde Gottes eine sehr
drastische Art
von Mangelkrankheit, entwickeln ein ungesundes Klan-Denken, ein
Art
geistlicher Inzucht, und entwickeln ähnlich stolze Gefühle
über ihre
"besonderen Erkenntnissen" oder Erfahrungen wie die alten
Korinther. Gott
ist nun dabei, diesen Zustand zu verändern, und immer mehr
Christen - ganz
besonders die junge Generation - finden sich mit diesem Zustand
einfach
nicht länger ab. Sie spüren instinktiv, daß etwas
mit dem denominationellen
System (2 plus 4) nicht stimmt. Im Zeitalter der Globalisierung
schauen sie
bewußt über ihren Tellerrand hinaus, suchen die Nähe
aller Christen vor
Ort, wollen sich lokal, dort wo sie wohnen, engagieren, und warten
nur
darauf, gemeinsame Celebrations zu feiern.
Zeit für prophetische Fusion
Wir werden deshalb in den kommenden Monaten und Jahren eine Zeit
der
Fusionen von Christen und ganzen Gemeinden erleben, die erkennen
daß sie
denselben genetischen Code haben und die lokal und regional Verantwortung
füreinander und miteinander eingehen werden, weil sie spüren
daß ihr Herr
das möchte. In vielen Städten und Regionen haben erstaunlich
viele
Gemeinden weit mehr gemeinsam als was sie scheinbar trennt: sie
haben einen
spürbaren gemeinsamen Nenner, ähnliche Vision, ähnliche
Werte und einen
ähnlichen Herzschlag, weil sie einen gemeinsamen Herrn haben.
Und sie haben auch meistens ein gemeinsames Problem: sie wachsen
nicht
wirklich oder nur sporadisch, stehen vor verschiedenen Wachstumsbarrieren,
die Mitglieder sind durch die Vielzahl der Programme in Beschlag
genommen,
die Pastoren sind am Rand der Überlastung, die finanziellen
Belastungen
sind drückend, und fast jeder merkt: irgendetwas fehlt, irgendetwas
stimmt
nicht.
Kennen Sie das?
Gemeinde X in Y bekommt überraschend in einem faszinierenden
Angebot eine
große Halle mit Z-Sitzplätzen zum Kauf offeriert. Obwohl
das Projekt
finanziell und auch praktisch zwei oder drei Nummern zu groß
ist, kommt es
zu einer heftigen Diskussion. Die einen sind überzeugt, daß
Gott hier die
langersehnte "Ernte- oder Erweckungshalle" für die
Gemeinde anbietet, die
anderen winken ab und warnen davor, sich nicht unendlich zu übernehmen.
In
der darauffolgenden "Prüfungszeit" kommt es zu keinem
klaren Ergebnis, der
Weg scheint wie versperrt, die Fronten verhärten sich. Der
Finanzierungsplan will nicht aufgehen, wertvolle Menschen wenden
sich von
der Gemeinde deswegen ab, die Gebäudekomission kommt nicht
vom Fleck, alles
scheint wie gesperrt. Nach etwa 6 Monate langem Unentschiedensein
der
Gemeinde kauft ein Geschäftsmann das Gelände oder Gebäude
und nutzt es nun
für kommerzielle Zwecke.
Aus der Perspektive der Stadtkirche gesehen sieht der Vorgang völlig
anders
aus. Gott bietet diese Halle eben nicht "Gemeinde X" an,
sondern der
Stadtkirche, der Kollektivität aller Christen vor Ort. Gott
will der
Stadtchristenheit einen Ort für ihre Celebrations zur Verfügung
stellen.
Doch es ist wie bei einer großen Familie unter dem Weihnachtsbaum:
ein
reicher Onkel will der ganzen Familie ein wirklich großes
Geschenk machen,
doch ein vorlauter Junge aus der Familie will das Geschenk nur für
sich
haben. "Es gehört mir, mir allein, denn ich bin der stärkste,
beste,
brävste", kräht er. "Nein, es gehört der
ganzen Familie", sagt der Onkel.
"Nein, es gehört mir", weiß es der vorlaute
Bursche besser" aber ich
erlaube den anderen, auch manchmal damit zu spielen", fügt
er diplomatisch
hinzu. Was wird ein weiser Onkel tun? Er wird sein Geschenk traurig
wieder
mit nach Hause nehmen oder es einem Kind auf der Straße schenken.
Die "2 Prozent-Architektur"
Ich beobachte, wie Gott in einer Reihe von Regionen und Städten
der
Christenheit ein Gebäude anbietet, damit sie in einer modernen
Form der
"Säulenhalle Salomos" auf Stadtebene zusammenkommt.
Ich gehe davon aus, daß
die entstehenden Stadtkirchen etwa 10% der Wohnbevölkerung
ihrer Region in
den nächsten Jahren anziehen werden. Bei einem bis zu 5-fachen
Mehrfachnutzen würde ein solches Zentrum also ca. 2 Prozent
der
Wohnbevölkerung einer Region oder Stadt Platz bieten müssen.
Durch Sterben zum Leben
Wenn die Gruppe von Gemeinden einer Region oder Stadt, die reif
genug sind
über alle kleinen oder kleinlichen Unterschiede hinwegzusteigen
und sich in
die Arme zu fallen, miteinander verschmelzen und in etwas Neues
hineinsterben, könnte dies der prophetische Anfang einer völlig
neuen
Epoche der Kirchengeschichte werden. Wenn das Weizenkorn nicht in
die Erde
fällt und stirbt, so bleib es allein. Wenn es aber stirbt,
so bringt es
viel Frucht. Genau diese Dynamik gilt nicht nur für uns alleine,
sondern
für die Christenheit als Ganzes. Wie könnte das praktisch
geschehen?
- Die Gemeinden verschmelzen zu einer Bewegung mit geographischer,
nicht denominationeller Identität: der City Church.
- Die Christen treffen sich zu einer regelmäßigen City-Celebration
- Der 5fältige Dienst (Eph. 4,11) bildet sich als regionaler
Pool und Stützstruktur
- Es entstehen "Hauskirchen" in den Wohnquartieren,
Schulen, Szenen, Büros...
Einige Vorteile dieser Entwicklung
- Ein Meilenstein in Richtung Einheit der Christenheit wird erreicht
- Entlastung der Pastoren und Vollzeitler: Jeder arbeitet weniger,
aber zusammen erreichen wir mehr
- Auslastung des gottgegebenen Gabenpotentials: jeder kann ab
sofort
innerhalb der engeren Dienstberufung (etwa Eph. 4,11) arbeiten,
und muß weniger "Mädchen für alles"
sein
- Gemeinsam überspringen wir kollektive Wachstumsbarrieren
(80er/200er Grenze)
- Neues Kapitel der lokalen Kirchengeschichte bricht an und bekommt
möglicherweise prophetischen Modellcharakter
- Durch erhöhte "visibility" bekommt die bislang
in kleine Fraktionen
zerspaltene Christenheit eine deutlichere und unüberhörbarere
Stimme für die Stadt
- Entlastung der Mitarbeiter vom "Durchziehen" von Programmen
um der Programe willen
- Bessere Qualität etwa der Kinderarbeit oder der biblischen
Lehre durch Pooling von Resourcen auf Stadtebene
- Bei weitem größerer evangelistischer und permanenter
Sogcharakter
- Gemeinsames Nutzen (und genossenschaftliches Finanzieren) von
Räumlichkeiten auf Stadtebene
- Resourceneinsparung (fünf mittelgrosse Hallen, Gemeindehäuser
oder
oder Sääle kosten mehr als eine wirklich grosse Halle)
- Öffentliche Imagekorektur: ein Ausdruck der gelebten Versöhnung
der Christen entsteht
- Kurze Wege: regionale Vollzeitler können ein gemeinsames
Büro mit
Poolcharakter öffnen
- Jüngerschaft, Multiplikation und Integration von Neubekehrten
kann
auf der Basis der Hauskirchen in den Quartieren und Dörfern
stattfinden
- Das sonntägliche Aneinandervorbei-Reisen von Predigttouristen
wird
reduziert, spart Kosten, Zeit und Peinlichkeiten
- Wirksamere Gemeindezucht: schwarze Schafe können auf regionaler
Ebene wirkungsvoller diszipliniert werden, anstatt einfach anderswo
unterzutauchen
- Der hohe Prozentsatz der derzeit gemeindelosen Christen findet
eine Möglichkeit zum Andocken
- Die jeweiligen Stärken der Gemeinden und Werke können
in ein
gemeinsames Ganzes einfließen und dadurch Synergieeffekte
freisetzen, etwa
durch permanente gemeinsame Ausbildung, Evangelisation, Gebet,
Public Relations etc.
- Die denominatonellen Glaswände fallen ein, die das wirkliche
gegenseitige Befruchten und miteinander-Arbeiten bislang eher
verhindert haben
- Die junge Generation von Christen bekommt eine adäquate
Plattform:
sie ist mehrheitlich nicht ernsthaft an Denominationen interessiert,
sondern an echten kleinen Gruppen und großen regionalen
Gottesdienst-Festen
- Der leidige Termin-Konflikt der Vollzeitler durch ständiges
Leben
in der eigenen kleinen Programmwelt wird drastisch verringert
- Eine postmoderne Struktur der versöhnten Verschiedenheit
ist stärker öffentlichkeits- und -zukunftsfähig
und das Christentum nimmt eine zeitgemäße Form an
Praktische Schritte
Da dies eigentlich Sache der Regionen und Städte ist, in denen
dieser
Prozeß nun anläuft, möchte ich mich bewußt
darauf beschränken, nur einige
der wesentlichen Voraussetzungen zu einem solchen Schritt zu nennen:
- Die Christenheit einer Region ist bereit, sich und diesen Vorschlag
im Gebet und mit der Bibel in der Hand zu prüfen.
- Diejenigen Gemeinden, Werke und Personen, die dieser Vision
und den darin ausgesprochenen Werten zustimmen kann und die einen
gemeinsamen Herzschlag teilen, beginnen sorgsam den Prozeß
der Fusion. Diejenigen Gemeinden (Werke, Personen), die weiter
alleine ihren eingeschlagenen Weg gehen möchten, können
dies ohne Gesichtsverlust tun. (Ich gehe davon aus, daß
sich zwischen einem und zwei Dritteln aller Christen einer Region
für diesen Weg entschließen werden)
- Christliche Leiter sind bereit, um der Förderung des Ganzen
willen das Eigene in Demut zurückzustellen oder in eine größere
Perspektive einzubringen
- "Ordnet euch einander unter": Das Ende des Ein-Mann-Prinzips
bedingt ein Zurücktreten von "Nummer 1"-Personen
(Seniorpastoren, uneingeschränkten Direktoren von Werken
etc.) zu "Nummer 2"-Personen. "Nummer Eins"
ist dann nur noch Jesus Christus. Aus einem Untereinander-Arbeiten
wird ein Miteinander-Arbeiten, nicht in hierarchischen Pyramiden,
sondern in einem Zueinander von Gaben und Berufungen
- Man findet und einigt sich auf ein gemeinsames Glaubensbekenntnis,
etwa der Lausanner Erklärung, dem Glaubensbekenntnis der
evangelischen Allianz etc.
- Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, nicht dem Aufbau der
"eigenen" Gemeinde oder des eigenen Werkes oder Dienstes
- "Suchet der Stadt Bestes" wird wichtiger als "ein
jeder sah auf seinen Weg"
- Es entsteht ein Arbeitsteam von Vollzeitlern der Region, die
nach Funktion, nicht Status zusammengesetzt ist
Im Januar 2001, Jestetten
Wolfgang Simson
|
|